Zur Startseite Bachmannpreis 2010  Literaturwandern
  Auf den Spuren von Ingeborg Bachmann
  Die 11. Station: „Das Volkskino“

 www.kinogeschichte.at 

Broschüre: Literaturwandern (Ausschnitt)
     Folgen Sie den Spuren der Bachmann ...

Auf den Spuren von Ingeborg Bachmann
     ... das Volkskino befindet sich am Kinoplatz 3

Kino Süd
     Kino Süd nach einem Bombenangriff im Jahre 1945 ...

Volkskino
     ... der Kinoplatz mit dem Volkskino 60 Jahre später

Heimo Strempfl vom Robert-Musil-Literatur-Museum hat eine Broschüre mit dem Titel „Literaturwandern - Auf den Spuren von Ingeborg Bachmann“ herausgegeben, die gelegentlich zum „Ingeborg-Bachmann-Preis“ aktualisiert wurde. Die „Tage der deutschsprachigen Literatur“ fanden heuer - zum 34. Mal - von 23. bis 27. Juni 2010 in Klagenfurt statt.

Der Erzählung „Jugend in einer österreichischen Stadt“ von Ingeborg Bachmann folgend, werden in der Broschüre zehn Schauplätze - die sich über Klagenfurt verteilen - mit Bachmann-Zitaten und ergänzenden Informationen vorgestellt. Die Spurensuche beginnt am Neuen Platz und führt über die Ursulinengasse, das Stadttheater, die Radetzkystraße, die Henselstraße, das Kreuzbergl, die „Drei Wege zum See“, das Loretto-Bad, die Durchlaßstraße bis nach Annabichl.

Weil sich diese Seite mit der Geschichte der Kinos in Klagenfurt beschäftigt, sei noch eine weitere - die 11. - Station hinzugefügt. In ihrer Erzählung hat Ingeborg Bachmann auch dem Klagenfurter Volkskino - das während des 2. Weltkriegs „Kino Süd“ hieß - ein literarisches Denkmal gesetzt:

(...) Die Zeit der Andeutungen ist zu Ende. Man spricht vor ihnen (den Kindern) von Genickschüssen, vom Hängen, Liquidieren, Sprengen, und was sie nicht hören und sehen, riechen sie, wie sie die Toten von St. Ruprecht riechen, die man nicht ausgraben kann, weil das Kino darübergefallen ist, in das sie heimlich gegangen sind, um die `Romanze in Moll´ zu sehen. Jugendliche waren nicht zugelassen, aber dann waren sie es doch, zu dem großen Sterben und Morden ein paar Tage später und alle Tage danach.

Ingeborg Bachmann: Jugend in einer österreichischen Stadt. in: Europa erlesen Klagenfurt/Celovec, herausgegeben von Vinzenz Jobst, Wieser Verlag, Klagenfurt 2006, S. 96

Das im Jahre 1926 von der damaligen Gemeindevorstehung St.Ruprecht geschaffene Volkskino wurde von den Nazis beschlagnahmt, in „Kino Süd“ umbenannt und kam in Privathände. Im Verlauf der Kriegsereignisse wurde das Kino durch Bomben beschädigt und im August 1945 wieder eröffnet.

Wie sehr sich Ingeborg Bachmann auch für die filmische Darstellung interessiert hat, zeigt ein Interview aus dem Jahr 1962: (...) Es ist so, daß ich vor einigen Jahren versucht habe, eine Erzählung zu schreiben, die mir immer wieder mißglückt und mißlungen ist, und ich habe lange Zeit nicht verstanden warum und bin dann darauf gekommen, daß es etwas ist, das sich nur zeigen läßt, und daß es ein Film ist. [weiter ...]



Zur Geschichte des Volkskinos und des Alternativkinos

Broschüre: Literaturwandern zum Download (600 kb / pdf)
bachmannpreis.orf.at: Literaturwanderung - Das Volkskino
Murnau-Stiftung: Romanze in Moll


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